Windows 10 End of Support: So migrieren Unternehmen sauber auf Windows 11
Am 14. Oktober 2025 ist der reguläre Support für Windows 10 ausgelaufen. Trotzdem laufen 2026 in vielen deutschen Unternehmen noch hunderttausende Windows-10-Geräte. Das ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko – es kann auch versicherungs- und NIS2-relevant werden.
Was bedeutet "End of Support" konkret?
- Keine Sicherheitsupdates mehr für das Betriebssystem
- Keine Bugfixes bei neu entdeckten Schwachstellen
- Kein technischer Support durch Microsoft
- Compliance-Risiko (DSGVO, NIS2, Cyber-Versicherungen)
Software läuft weiter – aber jede neue Lücke bleibt dauerhaft offen.
Die drei Optionen für Unternehmen
Option 1: Migration auf Windows 11 (empfohlen)
Die nachhaltigste Lösung. Bedarf an Hardware-Refresh prüfen, da Windows 11 strenge Anforderungen hat.
Option 2: Extended Security Updates (ESU)
Microsoft bietet kostenpflichtige Sicherheitsupdates bis zu 3 Jahre über das offizielle Support-Ende hinaus:
| Jahr | Preis pro Gerät (Business) |
|---|---|
| Jahr 1 | ca. 61 USD |
| Jahr 2 | ca. 122 USD |
| Jahr 3 | ca. 244 USD |
→ Bei 50 Geräten über 3 Jahre: ~21.000 USD – meist teurer als ein Hardware-Refresh.
Option 3: Umstieg auf Cloud-PC / Windows 365
Windows 11 läuft im Browser auf bestehender Hardware – ideal für ältere Endgeräte, die sonst ausgetauscht werden müssten.
Windows 11 Hardware-Anforderungen (kompakt)
- CPU: 64-bit, 1 GHz, 2+ Kerne, Liste der unterstützten Prozessoren
- TPM 2.0 (häufiger Stolperstein bei älterer Hardware)
- Secure Boot & UEFI
- 4 GB RAM, 64 GB Speicher
- DirectX 12 / WDDM 2.0
Tipp: Mit dem Microsoft PC Health Check oder zentral über Intune/SCCM lässt sich die Kompatibilität flottenweise prüfen.
Migrationsstrategie für KMU – in 6 Schritten
1. Inventarisierung
Vollständige Übersicht: Welche Geräte, welche Software, welche Treiber? Welche Apps sind Windows-11-kompatibel?
2. Pilotphase
5–10 % der Geräte in einem Pilotprojekt umstellen. IT-affine User wählen, Feedback sammeln.
3. Hardware-Plan
- Windows-11-fähig → In-Place-Upgrade
- Nicht fähig, aber wirtschaftlich → Hardware-Refresh
- Nicht fähig, alte Hardware noch nötig → Windows 365 / ESU
4. Rollout-Wellen
Nach Abteilung, Standort oder Risikoklasse. Wichtig: dokumentierte Rollback-Pfade.
5. Schulung
Windows 11 sieht anders aus. Kurze Microsoft-365-Auffrischung spart Tickets und Frust.
6. Absicherung nach Migration
Gelegenheit nutzen: BitLocker, MFA, moderne EDR-Lösungen, Conditional Access.
Häufige Stolperfallen
- Alte Branchensoftware läuft nicht unter Windows 11 → Kompatibilitätsmodus oder App-V testen
- TPM 2.0 deaktiviert im BIOS – oft nur ein Setting, kein neues Gerät nötig
- Drucker- und Scanner-Treiber – häufig Quelle von Migrationsproblemen
- Lokale Profile – ohne Roaming/OneDrive gehen Daten verloren
Was kostet eine Windows-11-Migration im Mittelstand?
Faustregel pro Arbeitsplatz:
- Reines Upgrade (Hardware fähig): 80–150 €
- Hardware-Refresh (Notebook + Migration): 900–1.600 €
- Windows 365 Cloud-PC: ab ca. 30 €/Monat
Fazit
Wer noch auf Windows 10 läuft, sollte 2026 die Migration abschließen. Jeder Monat länger erhöht das Sicherheits- und Compliance-Risiko – und ESU ist nur eine teure Brücke, keine Lösung.
Sie brauchen einen Migrationsplan für Ihre Windows-Flotte? Wir analysieren Ihre Umgebung und liefern einen konkreten Fahrplan inkl. Kosten. Jetzt Beratung anfragen.